Patientenstimmen

Patient mit Helm
Patient mit Illi im Batman Design
Fußballspiel mit Beinorthese und Therapeut
Zwei Kinder bouldern an der Kletterwand

Nomine

 

Zugegeben, Monoski fahren ist kein so üblicher Kindheitstraum. Doch nach der Diagnose „Inkompletter Querschnitt“, geht einem als Erstes alles durch den Kopf, was nicht mehr möglich ist. Und eben eine solche Liste wird länger und länger.

Vor der Diagnose, hatte Nomine bereits eine komplette Skiausrüstung zu Hause stehen. Denn eine geplante Skireise stand kurz bevor. Und eben da hätte sie Skifahren lernen wollen.

All die vielen Träume, die damit verbunden waren, fanden ein plötzliches Ende.

In diesem Winter 2016/2017 konnte sie ihrer Schwester lediglich nur aus dem Rolli oder vom Schlitten aus beim Skifahren und unserem heimischen Skirennen, dem Harzer-Zwergen-Cup, zuschauen.

Dies durfte auf Dauer keine zu akzeptierende Lösung sein. Denn es gibt ja schließlich die paralympischen Winterspiele. Da muss es doch dann auch für nicht Profisportler etwas geben.

Dank Google war auch schnell eine Lösung parat. Die Firma Alois Praschberger – no limits for disabled people ( www.praschberger.com ), in Niederndorf bei Kufstein, in Österreich, baut und verleiht Monoskis. Klar, eine Lösung unseres Problems. Doch auch schnell mit vielen weiteren Fragen behaftet. Darf man es überhaupt mit einem Inkompletten Querschnitt, oder kann es die Therapie beeinflussen, ist es für die Behandlung und Therapie womöglich kontraproduktiv? Diese Fragen mussten wir klären. Denn wir wollten ja auch nix anstoßen, was am Ende eher negative Auswirkungen hat. Doch unsere Ärzte in der Schön Klinik Vogtareuth, alle beteiligten Therapeuten und auch das Versorgerteam von OTC machten uns Mut. „Wenn es möglich ist, schafft das nur Nomine. Probiert es“ !

Also gut, es ist machbar und schaffbar.  Aber schnell kamen neue Fragen auf: Wie fährt sie den Monoski, wer kann es ihr beibringen, … ? Auch hier waren die Mitarbeiter der Firma Praschberger sehr engagiert und hilfsbereit. Nicht unweit der Firma im Alpbachtal (einem Skigebiet) befindet sich die Skischule-Alpbach von Sepp Margreiter ( www.skischule-alpbach.at ). Sie liegt im Skigebiet Skijuwel Alpbachtal. Ein Skigebiet das sich sehr innovativ und modern ausgestattet hat, um für Menschen im Rollstuhl alle gängigen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Und so grenzenlosen Spaß für alle anbieten. So buchten wir also Anfang 2018 einen Skilehrer und einen Monoski, passgenau für Nomine.

Damit startete das Abenteuer und der Spaß ging LOS !!!

An zwei Tagen zeigte und der Skilehrer alles, was wir wissen und können mussten, um uns am Wiedersbergerhorn auf eigene Faust bewegen zu können. Es war wirklich einfacher als wir dachten. Und relativ schnell hatten wir das nötige Know-How um alleine los ziehen zu können.

Die wenigen Tage, gingen so schnell vorbei, dass der letzte Tag von viel Trauer und Wehmut begleitet wurde. Doch zugleich stieg auch der Wille in uns auf, Nomine mit einem eigenen Monoski auszustatten.

Zuhause angekommen, hatten wir dann bereits einen Kostenvoranschlag für einen Monoski und eine komplette Ausrüstung in der Hand. Nur fehlte das nötige Geld dazu in unseren Taschen.

Da dies aber bei Sportlern am Anfang ihrer Karriere wohl zum guten Ton gehört, sucht man sich ja Sponsoren. So taten wir auch dies. Wir stellten „Bewerbungsmappen“ mit unserem Anliegen, Bildern, einem Video auf CD und dem Kostenvoranschlag zusammen und haben damit ortsansässige und im Landkreis befindliche Firmen angeschrieben.

Zugegeben, mit eher mäßigen Erfolg. Denn Firmen möchten Ihre Spenden steuerlich absetzten und in ihren Büchern abrechnen können. Wobei wir als Privatperson nicht wirklich weiter kamen. So warben wir bei regionalen Veranstaltungen um Spendengelder. Es kam mit Hilfe des Vfl Ellrich e.V., dem Harzer Tourismusverband e.V., der Sparkassen, dem Triathlon Nordhausen e.V. und unzähligen Privatspenden schon eine gute Summe zusammen. Gleichzeitig ermöglichte sich eine Kooperation mit der KinderSportStiftung am Harz e.V. (siehe Foto der Spendenaktion für den Monoski).

Nach einem guten halben Jahr, war das Geld dann endgültig zusammen und der Monoski konnte bei uns einziehen (siehe Video „Der Monoski kommt an“). Dem unbegrenzten Skivergnügen und der Teilnahme am Harzer-Zwergen-Cup stand nun nur noch der Sommer im Weg.

Was macht man mit einem Monoski im Sommer ? Klar, man fährt in eine Indoor-Skihalle. Die für uns am Nahegelegenste befindet sich in Bispingen. Die Wintersport Erlebniswelt „Snow Dome Bispingen ( www.snow-dome.de ). Also alles eingepackt und in einem der heißesten Sommer aller Zeiten ab in den Schnee. Ein unvergesslicher Tag.

Und so zog es uns im Laufe des Sommers und des Herbstes immer wieder nach Bispingen. Wo wir nach einiger Zeit, durch die Geschäftsführung auch eine Familie kennen lernten, der es ein wenig so ging wie uns. Daher war es nur selbstverständlich, dass wir ihnen unseren Monoski ausliehen und ihnen das nötige Wissen vermittelten. Aus dieser, sich entwickelnden Freundschaft keimte auch bei dem Mädchen der Wille, Skirennen im Harz zu bestreiten.

Damit waren wir dann auch schon zwei Parasportlerinnen, die den Harzer-Zwergen-Cup aufmischen wollten. Damit konnten wir natürlich nicht hinter dem Berg halten. Denn Monoskis hatte es bei diesen Rennen noch nie gegeben. Dürfen wir da überhaupt mitmachen, lassen sie uns als Menschen mit Behinderung daran teilhaben, … ? Viele Fragen standen wieder einmal vor uns. Doch der Niedersächsische Skiverband hat anders als erwartet sehr positiv auf unser Anliegen reagiert.

Und so fand am 09. Februar 2019 für uns das erste Rennen statt. Ausrichter auf der Rathauswiese war der SC111NN Braunschweig e.V. Durch den Meldezusatz „Monoski“ wussten die Verantwortlichen auch Bescheid und haben eigens für die beiden Mädels eine Monoskiklasse eingerichtet. Ganz selbstverständlich und ohne unser Einwirken. So verwundert es wohl niemanden, dass wir in diesem Verein auch eine Heimat für unsere Leidenschaft gefunden haben. Und am Wochenende drauf dort bereits Mitglied waren. Es folgten für uns noch das Rennen am 17. Februar und am 03. März unser Abschlussrennen. Somit errangen wir bis zum folgenden und gesamt letzten Rennen zum Ende der Saison am 17. März dreimal Platz 1 und einmal Platz 2. Damit standen wir in der Tabelle auf Platz 1 der Gesamtwertung und konnten als Sieger an der Feierlichkeit teilnehmen (siehe Foto der Gesamtsiegerehrung).

All das haben wir so vielen Menschen zu verdanken. Alle sind für uns unvergesslich und tief in unserem Herzen beheimatet. Auch wenn die Saison jetzt vorbei ist, die nächste kommt und für die Zeit dazwischen warten jetzt viele Abenteuer im Leichtathletiksport, im Schnellfahrollstuhl auf unser Team.

Seit gespannt was noch kommt, vom Team Nomine.

Sebastian Fabian

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